Fußball und Politik Teil 2


Wie schon erwähnt, spielt der Fußball und speziell die einzelnen Vereine, eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Politik. Es gibt nicht nur Mannschaften, die von Konzernen ins Leben gerufen wurden, wie der VFL Wolfsburg (VW) oder der BAYER Leverkusen. Nein, auch Vereine deren Fans mehrheitlich z.B. dem politisch linken Millieu zuzurechnen sind, wie z.B. Fortuna Düsseldorf und St. Pauli.

Inwiefern Fangruppen dann auch politisch eingesetzt werden können, zeigte sich u.a. im Jugoslawien Krieg, in dem der «Tiger» Arkan (http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%BDeljko_Ra%C5%BEnatovi%C4%87) Karriere machte und zwar vom Hooligananführer, zum serbischen „Kriegsidol“.

Auch die kroatische Seite hat mit Marko Perkovic (http://de.wikipedia.org/wiki/Thompson_%28Band%29) einen ehemaligen Hooligan und Soldaten, der gleichzeitig noch nationale Lieder singt und auch heute noch in Deutschland, tausende Kroaten in die Festhallen bekommt.

 

In Ägypten gab es am 09.03.2013 ein Beispiel aus der Bild:

Kairo – Wütende Fußballfans des Vereins Al-Ahli haben in Kairo mehrere Gebäude eines Polizeiclubs in Brand gesteckt.

Ultras hätten den Komplex gestürmt und die Häuser angezündet, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Anwohner versuchten die Flammen mit Gartenschläuchen zu löschen, an anderen Gebäuden waren Fensterscheiben zerstört. Auf Fernsehbildern waren hunderte Ultras zu sehen, die zum Innenministerium unterwegs waren. Nach Angaben von Ärzten kam bei den Krawallen ein Mensch ums Leben, mindestens 14 wurden verletzt.

Wenige Stunden zuvor hatte ein Gericht die Todesurteile gegen 21 Männer bestätigt, die 2012 an den tödlichen Krawallen nach einem Fußballspiel in Port Said mit mehr als 70 Toten beteiligt gewesen sind.

 

Am Samstag sorgte ein Spieler des AEK Athen hingegen, für einen „Eklat“. Nach seinem 2:1 Siegtreffer packte ihn der Übermut und er erhob seinen Arm neben seinem „farbigen“ Teamkollegen zum Hitlergruß.

Giorgos-Katidis

Anschließend entschuldigte sich Katidis via Twitter: „Ich bin kein Faschist. Ich hätte das nie getan, wenn ich die Bedeutung der Geste gekannt hätte.“ Nun muss ausgerechnet ein Deutscher, nämlich Ewald Lienen, der Trainer des 20 Jährigen sein und der nahm seinen Spieler natürlich in Schutz und war wohl froh, dass ihm nicht vorgeworfen wurde, er hätte diesen Siegergruß einstudieren lassen. Dem Spieler drohen trotzdem drastische Strafen, allerdings nur durch den Verein und die Liga, der „Hitlergruß“ ist nämlich in Griechenland nicht verboten.

Auch die Fans von Lazio Rom tun sich seit vielen Jahren immer wieder mit „rechtsradikalen“ Gesten und Aussagen hervor. So durfte der ehemalige Stürmer Paolo di Canio jahrelang seine Tore in der Serie A mit dem Hitlergruß feiern. Wie die Welt schrieb, gestand er in einem Interview freimütig ein, „ein Faschist“ zu sein, „na und?“

ITALY SOCCER

 

In der Bundesliga kommt es ebenfalls immer wieder zu „politischen“ Fällen, in denen zu meist „rechte“ Aktionen gebeutelt werden. Da der harte Kern der Fangruppen, meist aus kleinen Kreisen besteht, ist die Gefahr immer groß, dass die Gruppe an sich instrumentalisiert wird, um politische Ziele durchzusetzen. So wurde damals schon, das CCTV (Kameraüberwachung) in England eingeführt, da es zu immer brutaleren Zusammenstößen von Hooligans kam. Wer z.B. schon einmal in London war, der weiß, wie schwer es ist an eine Straßenecke zu kommen, ohne von einer Kamera aufgenommen zu werden.

134704 Cottbus vs Dresden

Momentan haben die Ultra Gruppen, welche zwar nicht als gewaltbereit gelten, aber dennoch, wie die Vergangenheit zeigte potenziell für selbige bereit sind, wieder vermehrt Zulauf. Die NSDAP hatte damals zum Beispiel viele Mitglieder bei u.a. 1860 München und sogar der neue Papst war jüngst zu sehen, wie er ein Fußballemblem des San Lorenzo in die höhe hielt.

Handout photo of Argentine Cardinal Jorge Bergoglio posing with a jersey from the San Lorenzo soccer club

Vereinsgeschichte: Die Geburtsstunde einer Institution
Seinen Anfang nahm der Klub San Lorenzo im Jahr 1908, als einer der Jungs, die irgendwo im Stadtviertel Almagro Fussball spielten, fast von einer Straßenbahn überfahren wurde. Das sah der katholische Priester Lorenzo Massa, der sich daraufhin entschloss, den Kindern und Jugendlichen das Fussballspielen auf dem Hinterhof seiner Kirche zu gestatten, wenn sie dafür ab und an die Messe besuchten. Es waren vor allem Söhne von Immigranten und Kreolen, die eine so starke Mannschaft zusammenbekamen, dass sie beschlossen, einen Fussballverein zu gründen.

 

Man sieht Fußball ist nicht gleich Fußball 😉

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Wer wissen möchte, wo Giorgos Katidis (der Mann mit dem gehobenen Arm) diesen Gruß her hatte, der kann sich die Seite der griechischen Partei „Die goldene Morgenröte“ anschauen (leider nur auf englisch):

http://golden-dawn-international-newsroom.blogspot.de/

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