Bitcoins – Ein Schneeballsystem ?


Ich habe heute im Focus einen Artikel über die digitale „Währung“ Bitcoin gelesen und möchte hier mal meine Gedanken zu dem Thema hinterlassen.

Im genannten Artikel, wird durch den „Bitcoin-Jesus“ (was ein Hohn) Roger Ver davor gewarnt, dass es zu Spekulationsblasen kommen könnte. Wie etwa bei der künstlich hergestellten Goldpreisblase durch Papiergold -> Aktienpapiere wurden auf nicht vorhandenes Gold verkauft oder der künstlich hergestellten Immobilienblase in den USA, die durch den Verkauf von faulen Aktienrenditen bzw durch die Vergabe von Krediten an Personen, die diese gar nicht hätten abbezahlen können, entstanden.

Roger Ver kaufte seine ersten Bitcoins als der Preis noch bei knapp unter 1$ lag. Inzwischen steht der Preis dieser digitalen „Währung“ bei über 1000$ und Ver wurde innerhalb weniger Jahre Millionär. Ich persönlich und mit Sicherheit bin ich da nicht alleine, muss mich fragen, wie man einfach eine Währung aus dem nichts stampfen kann. Meine nächste Frage wäre dann vor allem auch wer dazu in der Lage ist – deswegen fange ich erstmal mit einer kurzen Chronologie der Bitcoins an, bevor ich erläutere, warum diese „Währung“ geschaffen wurde.

„Entstehung der Bitcoins“

Wikipedia schreibt:

Das Konzept von Bitcoin wurde 2008 in einem Whitepaper von Satoshi Nakamoto auf einer Mailingliste über Kryptographie vorgeschlagen.[6][7] Bitcoin basiert auf der Idee einer kryptographischen Währung, die 1998 von Wei Dai als b-money und von Nick Szabo als bit gold beschrieben wurde.[8]Satoshi Nakamoto ist nach derzeitigem Kenntnisstand ein Pseudonym einer Person oder einer Personengruppe.[9]

Kurze Bemerkung: Es wird also eine digitale „Währung“ erschaffen, die mittlerweile auch in andere Währungen getauscht werden kann und man weiß nicht wer hinter der „Idee“ steckt ?!

Das Bitcoin-Netzwerk entstand am 3. Januar 2009 mit der Berechnung des ersten Blocks, der die ersten 50 Bitcoins erzeugt hat.[10] Einige Tage später veröffentlichte Nakamoto die erste Version des Bitcoin-Clients auf derselben Mailingliste wie schon das Whitepaper, bei SourceForge und im Internetforum der P2P Foundation.[11][12][13] Die erste Version ist in C++ geschrieben, verwendet die Software-Bibliotheken wxWidgets, OpenSSL, Berkeley DB und Boost, und enthält neben Programmdateien für Windows auch Quellcode unter der MIT-Lizenz. Ende 2009 portierte der Finne Martti Malmi den Client auf Linux und unterstützte Nakamoto bei der Entwicklung.[14] Später stießen weitere Entwickler aus der Open-Source-Community hinzu. Einige der Entwickler, wie beispielsweise Jeff Garzik, sind auch mit Beiträgen am Linux-Kernel beteiligt. Mitte 2010 zog sich Nakamoto aus der Entwicklung zurück und übergab die Projektleitung an Gavin Andresen.[15]

Nun ehrlich gesagt, bin ich nun noch genauso schlau wie vorher …

Bitcoin verwendet ein Peer-to-Peer-Netzwerk, um Geldzahlungen zwischen den Teilnehmern zu übermitteln und zu speichern. Eine Zahlung kann nicht widerrufen werden, nachdem sie durch das Netzwerk bestätigt wurde. Die Bestätigung einer Zahlung dauert etwa zehn bis sechzig Minuten, wobei die Bestätigung umso verbindlicher wird, je länger sie zurückliegt. Zur Durchführung einer Zahlung kann eine Gebühr abgeführt werden, wobei Zahlungen mit höheren Gebühren bevorzugt bestätigt werden. Der Besitz von Geldbeträgen wird durch den Inhalt einer elektronischen Geldbörse nachgewiesen, welche kryptographische Schlüssel enthält.

Schön, aber womit ist diese „Währung“ gedeckt ? – Mit Dollar ? Wofür brauche ich dann die Bitcoins ?

„Das Konzept“

Die wesentliche Idee von Bitcoin wird durch diese Formulierung des Erfinders Satoshi Nakamoto beschrieben:

Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen. Ihre massiven Zusatzkosten machen Micropayments unmöglich.

Eine Generation früher hatten Nutzer von Time-Sharing-Computersystemen ein ähnliches Problem. Vor dem Aufkommen von starker Verschlüsselung mussten die User sich auf Passwortschutz für ihre Daten verlassen und dem Systemadministrator vertrauen, dass dieser ihre Informationen vertraulich hielt. Diese Privatsphäre konnte jederzeit aufgehoben werden, wenn der Administrator zu dem Schluss kam, dass sie weniger wog als andere Belange, oder auf Anweisung seiner Vorgesetzten. Dann aber wurde starke Verschlüsselung für die Masse der Nutzer verfügbar, und Vertrauen war nicht länger nötig. Daten konnten auf eine Weise gesichert werden, die einen Zugriff durch Dritte – egal aus welchem Grund, egal mit wie guten Entschuldigungen, egal was sonst – unmöglich machten. Es ist Zeit, dass wir dasselbe mit Geld machen. Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, ist Geld sicher und kann mühelos transferiert werden.

Ich muss zugeben, dass sich die Idee einer eigenen Währung außerhalb von betrügerischen Staaten und Banken sehr verführerisch anhört. Doch eine Währung über deren Gründer so gut wie nichts bekannt ist und deren Zahlungswirksamkeit auf Vertrauen basiert, kann doch eigentlich nur ein trojanisches Pferd sein.

Was geht mit Bitcoin ?

Wie bei anderen Währungen auch, ist die Grundidee, Bitcoins zur Bezahlung beim Handel von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen zu verwenden. Dabei wurden Bitcoins in einem Blogbeitrag auch als „Regionalwährung des Internet“ bezeichnet.[18] Zu den gegen Bezahlung in Bitcoin angebotenen Produkten gehören z. B. Kleider, Bücher, Geschenkkarten, Musik und digitale Medien, Internetdienste (wie Sharehosting, Webhosting,[19] Virtual Private Networks), bis hin zu Lebensmitteln.

Die wichtigsten Meilensteine der digitalen Währung:

Am 18.09.2008 wurde die Domain bitcoin.org mithilfe des Domainanbieter Anonymous Speech registriert und 2009 der erste Bitcoin Client veröffentlicht

Am 12.07.2010 wurde die erste Transaktion mit 10.000 Bitcoins für zwei Pizzas durchgeführt

Am 6.11.2010 war das Volumen von Bitcoins bereits bei 1 Mio $

Am 09.02.2011 erreicht Bitcoin mit 1 $ die Parität zum US Dollar

Nachdem am 16. April das TIME Magazine einen Artikel publiziert, steigt Anfang Juni der Kurs bis auf über 30 $. In wenigen Tagen krachte der Kurs zusammen, mehrere tausende Accounts und Bitcoins wurden gestohlen

Mein Fazit zu der neuen Währung

In meinen Augen sind Bitcoins nur ein kleiner Test, inwieweit die Bewohner der westlichen Welt, mit einer bargeldlosen Währung umgehen würden bzw wie diese akzeptiert wird. Auf der anderen Seite, hatte man mit Hilfe dieses Zahlungsmittels die Möglichkeit schnell, sehr viel Geld zu verdienen – wie der Bericht über Roger Ver zeigt.

Wer früh genug über diese Währung informiert war, der hatte logischerweise auch genug Zeit, in diese gewinnbringend zu investieren. Alles weitere erledigte das Prinzip Schneballsystem – die Großinvestoren kaufen sich ein und lassen dann über ihre Freunde in den Medien ein Gerücht verbreiten (Schlagzeile: Neue Währung mit riesen Gewinnmöglichkeiten). Nun steigt der 0815 Bürger/Banker in das Geschäft ein und kauft sich zu einem völlig wirren Preis Bitcoins (Nachfrage und somit der Preis steigen). Durch diesen Vorgang werden einige Glückspilze und die Investitionslöwen reich und die Bauerntölpel, die zum Schluß kamen, zahlen diesen „Gurus“ ihren Gewinn. Es handelt sich hierbei also um eine reine Spekulationswährung, denn wie ich bereits schrieb, gibt es kaum Dienstleister und Hersteller, die diese „Währung“ handeln bzw akzeptieren. Auffällig ist natürlich, dass dieses digitale Zahlungsmittel aber in fast jede Währung getauscht werden kann und somit sollte jedem klar erkenntlich sein, dass es sich hier tatsächlich nur um reine Geldmacherei handeln kann.

Hier nochmal der Beweis:

Nachdem am 16. April das TIME Magazine einen Artikel publiziert, steigt Anfang Juni der Kurs bis auf über 30 $. In wenigen Tagen krachte der Kurs zusammen, mehrere tausende Accounts und Bitcoins wurden gestohlen

Im übrigen kann man davon ausgehen, dass der „Glückspilz“ Ver, auch nur ein Vorzeigemännchen ist. Vor kurzem soll Ver die größte Bitcoin Summe aller Zeiten gespendet haben: Er habe 1000 Bitcoins an die „Foundation for Economic Education“ überwiesen, die sich für weniger Staatseinfluss in der Wirtschaft einsetze.

Wer halbwegs bei Verstand ist, weiß dass der Staat gegenüber der privaten Finanzwelt schon lange nichts mehr zu sagen hat. Es ist eher so, dass die Wirtschaft mit ihren Lobbyisten dem Staat (bzw den Politikern) vordiktiert, was dieser zu tun und zu lassen hat. Der Staat als solcher hat ausgedient, es wird privatisiert was das Zeug hält – Konzerne halten die Ressourcen der Erde in den Händen.

Von Ver soll im übrigen auch folgende Aussage stammen: „Viele Bitcoin-Blasen werden noch platzen, bis die neue Währung tatsächlich das Leben von jedem verbessert. Ich mache mir um diese kurzfristigen Schwankungen keine Sorge.“

Für mich freimaurerisches Gebrabbel – ich verstehe daraus: „Viele Bitcoin-Blasen werden noch platzen, bis sich eine neue bargeldlose Währung weltweit etabliert. Um kurzfristige Schwankungen mache ich mir keine Sorgen, da ich ja nur gewinnen kann.“

Bitcoins sind also ein Vorgeschmack auf die kommende bargeldlose Währung und dienen zeitgleich noch dazu einigen wenigen horrende Summen zu bescheren. Banken würden niemals solch eine Währung zulassen, es sei denn es bringt Profit.

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