Asozialisierung der Berufsstände


Im Kapitalismus dreht sich alles um den Wachstum. Wachstum bedeutet wirtschaftlich gesehen mehr Gewinn – Wachstum bedeutet aber auch mehr Produktion und vermehrte Abnutzung von Ressourcen.

Wir sehen heute was stetiger Wachstum bedeutet

massive Überproduktion (die Regale in den Supermärkten quillen über und nicht haltbare Lebensmittel müssen zum Teil entsorgt werden)

massive Steigerung der Nachfrage (Thema Ansiedlung von Konsumenten)

massive Abnutzung der natürlichen Ressourcen (oder auch „denk an dich, nicht an deine Nachfahren“)

Wir merken also, stetiger Wachstum ist hochgradig asozial = ungezügelter Kapitalismus ist asozial.

Wenn sich alles nur um Geld dreht und die Sinnhaftigkeit hinter den oben genannten 3 Punkten nicht mehr wahrgenommen wird, dann führt dies zu einer völlig verkommenen Welt, wie wir sie momentan vorfinden können.

Die „Privatisierung“ von Krankenhäusern, Banken und Versicherungen z.B. hat sicher seine Vorteile, doch wenn diese 3 Sparten auf Gewinnmaxierung ausgelegt sind, dann sind ihre eigentlichen Aufgaben nicht mehr gegeben.

aaaaaaaaaaa

Das deutsche Wort Privatisierung, soll angeblich dem lateinischen Wort privare entspringen, was berauben bedeutet.

Nun mal ein paar Beispiele, was ich unter einer Asozialisierung der Berufstände verstehe.

Krankenhaus:

In einem staatlichen Krankhaus geht es darum den Menschen zu helfen, weil man keinen Nutzen davon hat, den Patienten „abzuzocken“. Man ist nicht auf Profit ausgelegt, weil der Staat zahlt (Neuanschaffungen etc).

In einem privatisierten Krankenhaus geht es um Profit. Die Patienten müssen das Krankenhaus so schnell wie möglich verlassen, um Betten für neue „Kunden“ frei zu haben – denn mehr „Kunden“ bringen mehr Gewinn Es spricht sich auch rum, dass sich viele Kliniken scheinbar mit sinnlosen Ops sanieren und es werden auch eher Rezepte von Firmen verschrieben, die eine Provision bringen – statt Gesundheit.

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Banken:

Das Beispiel Bank zeigt uns am ehesten, wieviel stetiger Wachstum anrichten kann. Ich sage immer gerne, dass man quasi eine Wette mit der Bank eingeht, wenn man sich mit Hilfe eines Kredits ein Haus kauft. Man selber wettet darauf den Preis für das Haus und die Zinsen zahlen zu können und die Bank hält dagegen. Ist ja auch logisch, denn zumindest in den meisten Fällen, hat die Bank mehr davon, wenn der Kredit nicht abgezahlt werden kann und die Banker stattdessen die angezahlten 60.000€ und ein Haus gewinnen.

Der Blog “Alles Schall und Rauch” zeigt auf, was Banken mittlerweile machen. Es nennt sich “Derivate-Kontrakte” und erinnert an mein oben genanntes Beispiel mit der Wette, ich zitiere:

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[…]Einfacher ausgedrückt, bei einem Derivate-Kontrakt handelt es sich um eine Wette auf eine Finanzkennzahl. Banken und Hedge-Fonds schliessen gegenseitig Wetten ab, wie der Wert irgendeiner Zahl, zum Beispiel der Zinssatz, zu einem bestimmten Zeitpunkt sein wird. Es ist genau so wie wenn man Sportwetten abschliessen würde, die auf das Resultat von Fussballergebnissen beruht, oder man im Roulette auf eine Zahl wettet. […]

Das US-Investmenthaus JP Morgan Chase & Co.war im vierten Quartal 2014 alleine mit einem Nominalvolumen von 70,09 Billionen US-Dollar auf dem US-Derivate-Markt engagiert. Anteil am Gesamtmarkt:  26,6 Prozent. Warren Buffet hat Derivate einst als “finanzielle Massenvernichtungswaffen” bezeichnet und das ist nicht unwahr. Mit diesem Wallstreetroulettespiel werden nämlich unsere erarbeiteten Erträge verzockt und diejenigen die erst unser Geld verschleudert haben, werden dann auch noch von unserem Steuergeld „gerettet“ – eine riesen Verarsche. Die Global Player wie Goldman Sachs, JP Morgan und diverse andere „Unternehmensbanken“ führen den Markt, an der Nase, durch die Manege.

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Versicherungen:

Staatliche Systeme entstanden im Deutschen Kaiserreich bereits am Ende des 19. Jahrhunderts. Das Deutsche Kaiserreich war damit weltweit der Vorreiter beim Aufbau von staatlichen Sozialsystemen. Im Jahre 1884 gabe es schon:

  • Krankengeld ab dem 3. Tag, 50 Prozent bis zu 13 Wochen
  • ärztliche Behandlung, Arznei und Hilfsmittel
  • Krankenhausbehandlung
  • Sterbegeld
  • Wöchnerinnenunterstützung (Mutterschaftshilfe)
  • Die Beiträge zahlte der Arbeitgeber zu 1/3 und der Arbeitnehmer zu 2/3. Eine Beitragsbemessungsgrenze wurde festgelegt.

Wie auch in den anderen Sparten, geht es bei den Versicherungen nur noch um Gewinnmaximierung und so konnte man in der Vergangenheit oft lesen, dass sich Versicherer an der Börse verspekuliert haben – mit dem Geld ihrer „Mitglieder“ bzw Kunden. Es geht den Versicherern auch nicht mehr darum ihre Kunden bestmöglich zu versichern und das zu einem festgelegten Beitragssatz, nein sie wollen uns soviel Müll wie möglich, mit dem meisten Profit andrehen. Schließlich werden diejenigen mit den meisten Verkäufen gefeiert und das in den schicksten Gegenden und in den Laufhäusern der ganzen Welt. Es sollte doch eigentlich darum gehen, den Kunden am besten abzusichern und nicht darum ihn am besten abzuzocken.

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Ich denke das Fazit ist klar, wer immer nach Profit strebt und eine ständige Gewinnsteigerung braucht, um sein System am laufen zu halten, der ist höchstgradig asozial. Viele werden sich denken „ein Geschäft lebt doch von seinem Gewinn“, was ja auch richtig ist, aber man sollte immer bedenken – wo es einen Gewinner gibt, gibt es auch immer einen Verlierer.

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Eine Antwort zu “Asozialisierung der Berufsstände

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